Beiträge von Kerstin

    Das war ja wirklich ein Riesenabenteuer - kein Boot mehr kriegen, gard so aus dem Wasser gefischt ... nicht vom Winde verweht...
    Jan, ich glaube alle freuen sich, dich zur Pasta-Party und zum Berlin-Marathon zu sehen.
    3km schwimmen bei den Temperaturen hört sich auch nicht ganz nach Strand-Urlaub an ;-)


    Starke Leistung!


    und dann noch soviel Spaß dabei gehabt! Gute Erholung an Land!

    Nein, ich hatte welche dabei. Zum einen wurde das Problem erst in den letzten 2h massiv... ich hatte vor allem die Vermeidung der blauen Zehen "im Hinterkopf" (der nach 22h laufen wohl auch nur bedingt arbeitet)... damit hatte ich durch das Lockern der Schnürsenkel Null Probleme. Es drückte nirgendwo. Wie sich am Folgetag herausstellte, hatte ich auch keine einzige Blase. Nur der Kies war akut irgendwo schon in den Socken ... und nur noch 2h ist zwar nach 22 überstandenen Std. kurz, aber doch auch wieder lang ?(


    Für ähnliche Aktivitäten, wie auch Mehretappen-Läufe, längere Distanzen müsste ich mir ein Paar Schuhe 1-1,5 Nummern größer als meine üblichen Laufschuhe zulegen. Erfahrung...

    Laufbericht 24 h DM am 2.-3. September 2017 in Gotha

    (dauert keine 24 h zum Lesen, vielleicht hat es ja jemand auch mal vor...)



    24 h im Kreis laufen, u.a. um dem alltäglichen Hamsterrad zu entkommen, klingt etwas widersinnig. Und dennoch ist es so, schon durch die besondere Herausforderung für den Kopf... Ich bin noch nie so lange am Stück gelaufen, schon gar nicht so kurze Runden. Ich war gespannt, wie ich diesen Tag, vor allem die Nacht durchstehen, vielmehr durchlaufen würde. Im Vorfeld hatte ich einige Laufberichte gelesen, da wurden zum Teil Trainingsumfänge pro Woche beschrieben, von denen ich nur träumen konnte, abgesehen von den wenigen Wochen mit Ultra-Läufen wie Rennsteig, ZUT, zuletzt die 2 Etappen des Balticruns oder die 50 km Begleitung von Maik bei den 100 Meilen Berlin.


    Ein Anreiz für die Anmeldung für die 24h in Gotha – nicht in Bernau – war die Streckenbeschreibung flacher 2,04km-Rundkurs... Das sollte sich als sehr relativ herausstellen. Es waren einige „Hügelchen“ Runde für Runde zu durchlaufen, Bodenbeschaffenheit Kieswege, mit kurzen Kopfsteinpflasterpassagen. Die Helfer waren sehr bemüht, „Stolpersteine“ für die Nacht auszubessern.



    In unmittelbarer Vorbereitung auf den Lauf versuchte ich die letzten Tage etwas ruhiger zu treten, die eine oder andere Stunde mehr zu schlafen. Ich las noch einmal nach, was Norbert Madryim „Ultra-Lauf-Kompass“ zum 24h-Stundenlauf schrieb, außerdem bei Michele Ufer „Mentaltraining für Ultra-Läufer“, auch den Plan von Michael Irrgang von der LG Ultralauf, erstellt für die 100 Meilen sub 24h.


    Nach alldem bastelte ich mir einen ungefähren Plan, wenngleich nicht so detailliert, rundenweise wie die Profis (etwa Stu Thoms, LG Nord Berlin, mehrfacher 24h-Lauf-Sieger, Spartathlon-Sieger). So sah MEIN PLAN aus:


    Für 24 h rechnete ich etwa 2 h für mögliche Pausen ein:


    • -WC/ Umziehen/ Ausruhen (ca. 3x 10 Min.)
    • -Für je 10 km zwei VP-Pausen á 2 Min. nach 4 km (= 2 Runden) bzw. 6 km (= 3 Runden) – das macht weitere 1h:30
    • -für 100 km – dann 13h + 1h Pause = 14h
    • -bleiben noch 10 h für 50 km -Minimum-Ziel ...und wenn es gaaanz gut läuft – wollte ich die 100 Meilen (161 km) knacken


    Es bleibt eine Laufzeit von 22 h:


    Das bedeutete ein Anfangstempo um einen 7er bis 7:30er Schnitt (=Rundenzeit von etwa 14-15 Min.), bis zum Ende hin einen 8:30er – 9er Schnitt (Rundenzeit um die 17-18 Min.) und langsamer. So die Theorie – was würde die Praxis zeigen??? Ein Blick auf die Ergebnisliste des Vorjahres zeigte, dass 160 km im Frauenbereich schon sehr ambitioniert waren. Ich wusste im Vorfeld nicht, würde ich so müde werden, dass ich mich womöglich auf ein halbes Stündchen „aufs Ohr“ legen müsste (ein Schlafzelt stand zur Verfügung).


    Obwohl es die Deutsche Meisterschaft war, ging es mir um keinen Platz, Ziel war– MEIN RENNEN zu laufen, mein km-Ziel zu erreichen, wenn der Plan aufgeht, springt dabei vielleicht ein AK-Platz raus.



    Am Vorabend zum Abholen der Startunterlagen an Start und Ziel auf dem Schlossberg ging es sehr ruhig zu, der mdr baute noch seine Bühne, Technik auf, die Transponder waren erst am Morgen vor dem Start abzuholen. Ich hatte statt Turnhalle Hotel gewählt, konnte so noch einmal gut schlafen, nachdem alle Sachen für den Lauf, Wechselsachen sortiert waren.


    Die Startzeit 10 Uhr ließ genügend Zeit für ein ruhiges Frühstück, Abstellen der Sachen..., am Rundendurchlauf standen ausreichend Dixie-WC.


    Für Einzelkämpfer wie mich gab es Unterstellmöglichkeiten für Sachen, neben der allgemeinen Verpflegung konnte man Eigenverpflegung abstellen..., natürlich eine andere Nummer als mit Unterstützung von Betreuern, grad über die Nacht.


    Ich war darauf eingestellt, in der Ultra-Lauf-„Familie“ kennt man sich ein wenig –smalltalk mit Läufern der LG Ultralauf, LG Mauerweg, der LG Nord. Nach den letzten Ultra’s, insbes. Balticrun, hat mir die LG Nord freundlicherweise „Asyl“ im Team-Zelt gewährt. So wusste ich die Sachen gut untergestellt, Wechselsachen griffbereit: Schuhe, Socken, Hose, Shirt, für die Nacht Ärmlinge, leichte Regenjacke, Kopfbedeckung, Stirnlampe, ein paar Gels... Vaseline! Blasenpflaster ... Das wirkte bescheiden neben der kompletten Eigenverpflegung, Ausrüstung der „cracks“.


    Das Wetter meinte es gut: Die Sonne lachte, alle wünschten sich viel Glück, ich atmete tief durch als Newcomerin unter den zahlreichen, die bereits wussten, was auf sie zukam. Natürlich gab es Begrüßung der Favoriten – bei den Männern Florian Reus, u.a. Stu Thoms, bei den Frauen Antje Krause aus Marburg und Heike Bergmann (meine AK, Mitglied des deutschen WM-Teams, das unlängst in Belfast Platz 3 belegt hatte).



    Dann fiel der Startschuss - mit mir liefen ca. 160 Läuferinnen (36) und Läufer (118) los, entspannt, im ruhigen Tempo. Die 2km-Schleife wollte erst einmal vollständig besichtigt werden. Gleich nach dem Start ging es hügelan – nach der Verpflegungszone würde man da nach hinten raus eher gehen. Gefühlt waren 3-4 Hügel zu durchlaufen, wo es „hoch“ ging, konnte man sich dann auch wieder nach unten „fallen“ lassen. Vielleicht gar nicht so schlecht. Etwa ab km 80 ging ich hügelan... aber bis dahin würde es noch dauern. Erst einmal hieß es den Rhythmus zu finden, die 2km-Runde machte das Rechnen leicht, um ungefähr das Tempo einzuschätzen. Es gab einen Bildschirm vor der VP-Zone, wo Runden, km, Platz jede Runde abzulesen war. Hier spielte der mdr Musik ab bis zum Dunkelwerden und ab frühmorgens wieder. Immer mal gaben die Organisatoren von Lauffeuer Frottstädt e.V. bzw. der Deutschen Ultra-Vereinigung (DUV) den Zwischenstand bekannt oder begrüßten die einzelnen Läufer, das Feld zog sich trotz der nur kurzen Strecke. Ich redete immer mal kurz mit Leuten, Helfern an der Strecke, den Betreuern der LG Nord, hatte diverse „Fanclubs“, die mich – dank meines Lächelns und angeblich frischen Aussehens – immer wieder anfeuerten. Es machte also durchaus auch Spaß. Die Runden störten mich überhaupt nicht – ich war ja auf Runden eingestellt. Es gab nie die Versuchung, sich jetzt hinzusetzen oder gar hinzulegen. Die Runden brachten Verpflegung oder bei kurzem Nieselregen (Gewitter, Regen zogen dann aber vorbei, es wurde nur etwas windig) mögliche Wechselsachen näher. Es musste nix mitgeschleppt werden – also auch ein Vorteil.



    Ich fing alle 10 Runden (20 km) wieder von vorn zu zählen an, stellte sozusagen die innere Uhr wieder auf „Null“, das sollte eigentlich das Zählen erleichtern, war aber vor allem gut für den Kopf. Die ersten 10 Runden blieb ich meist unter 14 Min./Runde, ohne genau auf den Schnitt zu achten – nach Gefühl lief ich die ersten 40 Runden (reichlich 80 km) fast punktgenau in 10 h, bis dahin ohne nennenswerte VP-Pause. Es war nun 20 Uhr - es folgte eine erste „längere Pause“ von ein paar Min. – WC, Schuhe leeren, ein paar Happen mehr essen...


    Gegessen und getrunken hab ich über die Zeit regelmäßig in sehr kleinen Portionen, nicht immer im 4- oder 6km-Abstand. Getrunken: Wasser oder Gemisch aus Wasser und Cola, später auch mal alk.freies Bier. Wer wollte, konnte auch zu Bier mit Alk. greifen. Nein, nicht jetzt – die Müdigkeit würde früh genug kommen. Bei Anbruch der Dunkelheit wurde es allmählich frischer, da fühlte sich eine heiße Brühe und warme Pellkartoffel angenehm im Magen an. Zuvor eher kleine Stücken Stulle, Banane, Melone oder Keks, die Palette war ultralauf-freundlich, breit und frisch bis zum nächsten Morgen. Auch für die Helfer war es eine lange Zeit.



    Nach 13h – eine Stunde vor dem Planhatte ich die ersten 100 km (50 Runden) in den Beinen. Alles fühlte sich noch gut an, und der Plan schien zu funktionieren, aber der spannendere Teil folgte ja erst. Ich hatte keine Sitz- kaum Stehpausen gemacht, war zumeist in Bewegung, würde sich das nach hinten rächen???


    Tagsüber hatte ich mir die möglichen Stolpersteine für die Nacht gemerkt.Die Strecke war von der Freiwilligen Feuerwehr beleuchtet, z.T. hatte man große Laternen aufgestellt. Es gab ein - zwei Stellen, auf denen es Runde für Runde aufs Neue aufzupassen galt. Die Stirnlampe wollte ich nicht aufziehen, würde nur stören. Der Mond leuchtete durch das Laub und auch jede Menge Sterne! Klarer Himmel, es würde kühl werden. Allmählich wurde es frischer, die Rundenzeiten langsamer, die Gehanteile wurden länger, auch die Müdigkeit meldete sich, ab und an kam es mir vor, dass ich in Schlängellinien laufe. Gegen 4 Uhr gabs den ersten und einzigen Sekundenschlaf – ein großer Becher heißer Kaffee konnte abhelfen. Ich zog eine Jacke über, Handschuhe hatte ich zu Hause gelassen, bei 7° hätten sie nicht gestört.


    ... Weiter gings. Kurze Zurufe vom Streckenrand: Du läufst wie ein Uhrwerk! nicht mehr lange!! (wohl etwas verfrüht)... Mit einigen der Mitkämpfer riefen wir uns Aufmunterungen zu... Und es musste doch bald hell werden!! Gegen 6 Uhr erst kam die Morgendämmerung und schließlich ein herrlicher Sonnenaufgang. Beim Rundendurchlauf hatte man nun wieder einen schönen Blick ins Thüringer Land, wir liefen ja auf dem Schlossberg.


    Etwa 7:15 Uhr am Morgen, nach 73,5 Runden (eine Runde war 2,04 km, die Meterchen summierten sich) hatte ich mein Minimalziel erreicht: die 150 km. Nun würde ich die 100 Meilen schaffen – noch 5 Runden. Allmählich wurde es zäh, ein Schwachpunkt wurde immer stärker: die Füße, vielmehr die Fußsohlen. Ich hatte zweimal die Schuhe lockerer geschnürt, damit hatte ich am Ende keinen blauen Zehennagel. Das blieb trotzdem nicht ohne Nachteil: die Steinchen sammelten sich zügig im Schuh, gefühlt hatte ich den Schlosspark im Schuh. Meine positiven Bilder im Kopf, halfen eine Weile, konnten den Ist-Zustand aber auch nicht länger überlisten: ich erinnerte mich an das kühlende Bad der Füße während der Hüttenwanderung in den Alpen unlängst in den Bergbächen.



    Nach 9 Uhr waren die 100 Meilen (161km) geschafft.


    Nicht nur die geschaffte Strecke, vor allem dass der Plan so aufgegangen war, stimmte mich absolut froh. Ich sehnte das Ziel herbei, aber es folgten noch knapp 3 Runden... Die Emotionen übertönten den Schmerz, auch wenn ich nicht mehr wusste, wie auftreten...


    Eine Runde vor Ende bekam man ein Holzklötzchen mit der Startnr. – beim abschließenden Schuss einen Tag nach dem Start, um 10 Uhr morgens hieß es Stehenbleiben, das Klötzchen an den Wegrand legen – und dann würde die Restsumme vermessen werden – 167,277km .


    Während des Laufs sah ich, dass ich offensichtlich einen Platz unter den ersten 10 bei den Frauen belegen würde (am Ende Platz 9), Platzierung hatte ich so gar nicht auf dem Schirm – in der AK den 3. Platz. Ich verdrückte reichlich Freudentränen ... man gratulierte sich... ich wollte raus aus den Schuhen ... konnte überhaupt nicht fassen, dass es vorbei war.



    Zu den kalten Duschen gings im Schneckentempo mit Klamotten den Schlossberg runter irgendwo in eine Turnhalle, zur Siegerehrung 2h später etwas frischer zurück bergan. Diese fand in der Mittagshitze statt... Inzwischen waren reichlich Zuschauer am Ziel. Alles verlief wie im Film, letzte Gespräche beim Kaffee in der Mitropa auf dem Bhf., Rückfahrt per Zug, hoffentlich das Umsteigen nicht verschlafen ... irgendwann ankommen, essen, Wäsche waschen, schlafen...



    Nächsten Morgen – ein ziemlich geschwollner rechter Fuß, der immerhin in Sandalen passte, inzwischen auch wieder gut in die Laufschuhe, die ersten km wieder gelaufen, langsame Rückkehr zurück in den Arbeitsalltag...



    Mit etwas Abstand – war es vielleicht doch nicht mein letzter 24h-Lauf...

    Jetzt ist glaub ich erst Zielschluss ... aber so etwa 180 im Ziel von 301 Teilnehmern...


    Ein super Ergebnis!!! Neben der Laufleistung
    Riesen-Kopf-Leistung! Gute Erholung!!!


    Zum Gesamteinlauf:
    Bei manchen fehlt zwischendurch eine Zeitnahme (u.a. bei Sigrid Eichner, die nach 28h:13 ins Ziel gelaufen ist ???)


    Interessant von der Laufplanung und -umsetzung her: Michael Irrgang, LG Ultralauf, 23h:46:51 gefinisht,
    hat vorab einen exakten Laufplan mit Pausenlänge, Tempo etc. ins Netz gestellt, als Pacemaker für Sub-24h-Läufer, mit Punktlandung!
    s. DUV-Seite, für Selbstversucher ;-)

    Laufbericht: Etappen 4& 5 Baltic-Run 2017 Berlin – Usedom


    (geschrieben im fahrenden Bus zurück von Usedom nach Berlin)



    Im Bus von Usedom nach Berlin fahre ich grad ein Stück Strecke der 4. Etappe Eggesin - Stadt Usedom zurück. Die Strecke zieht sich beim Fahren, vor 4 Tagen bereits zig km in den Beinen hatte ich eher das nahende Ziel vor Augen.



    Als ich zu den Läufern dazu stieß, am Dienstag 25.7. hatten diese eine Regen-Etappe hinter sich, nicht zu vergessen die Helfer an den Verpflegungspunkten, die stundenlang im Regen ausharrten. Ich war bereits vom Bhf. Eggesin zur Unterkunft in der Turnhalle pitschnass. Dort wurde ich sofort gut aufgenommen. Die Stimmung war vom Wetter unbeeindruckt.
    Abends Tagesauswertung, Siegerehrung, Einweisung in die nächste Etappe 4, reichlich essen und trinken. 22 Uhr Nachtruhe, Gruppe 1 würde bereits um 7 Uhr starten, ich als Etappenläuferin würde mit der schnellen Gruppe um 8 Uhr an den Start gehen. Der Regen trommelte die ganze Nacht aufs Turnhallendach, übertönte jedes Schnarchen... fast unwirklich, dass wir im Trockenen und Warmen lagen. Noch... kurz nach 5 Uhr war die Nacht zu Ende. Frühstück, die meisten trugen das Wetter mit Humor. Meine Laufschuhe waren ja trocken, wer da mit Blasen aus den Voretappen in nasse Schuhe stieg, war nicht zu beneiden. Beim Start Regen, Starkregen... Regenjacke, Laufrucksack, alle 10 - 7 km gab es einen VP, insgesamt 8 auf jeder Etappe. Ich hatte noch keine Vorstellung vom Lauftempo. Wir waren über lange Zeit ein Frauen-Quartett, dann -Trio.
    Die Strecke führte größtenteils den Radweg Berlin - Usedom entlang: von Eggesin nach Ückermünde (10km) von dort nach Mönkebude (19km). Danach Richtung Anklamer Fähre (VP 4 = 34 km, etwa Halbzeit) viele km am schönen Oderhaff entlang, landschaftlich sehr reizvoll, in der Ferne, auf der anderen Seite sah man Usedom mit der Karniner Brücke... Leider keine Muße zum Verweilen. Es regnete kaum noch, die Schuhe waren dennoch pitschnass - schon durch reichlich Pfützen, Wasser auf den Wiesen gewatet. Blasen waren bereits zu spüren. Statt Regen hieß es nun Kämpfen gegen den Wind. Ich hatte noch frische Beine und lief die gesamte Windkante von vorn, es kostete viel Kraft... neben den Oberschenkeln besonders mental - wann würden wir endlich aus diesem Wind raus sein... Grit und Gundi (am Ende Gesamt-Vierte und -Fünfte) hatten bereits Energie auf den vorangegangenen Etappen gelassen.



    Apropos Energie - wie diese aufzufüllen war, im Hinblick auf die schlauchende Strecke und die Etappe am Folgetag hatte ich keine Ahnung. Wir waren auch nicht langsam unterwegs, überholten stetig Läufer der zuerst gestarteten Gruppe, die bis zu 3-4h länger unterwegs waren. An den VPs hielten wir uns nur kurz auf: Trinkflasche auffüllen (Wasser, später Wasser+Cola), ein paar Schluck trinken, Salzstangen, etwas Wassermelone oder ein Stück Pellkartoffel... mehr wollte nicht rein. Hinter Anklam löste sich unser Trio auf, ich konnte das Tempo nicht halten... vor allem, weil mein Magen zu rumoren begann... noch 30km... irgendwann zwischen Anklam und Zecheriner Brücke das erste Waldklo aufgesucht... es sollte nicht das letzte bleiben. Nun erst recht nur noch Minimalverpflegung: Salzcracker und Cola... da kommt keine Kraft dazu... endlich Usedom, Zecheriner Brücke erreicht, wieder im Wind... allein. Das störte mich nicht. Die Strecke war markiert, ich kannte mich hier aus. Was manchmal auch von Nachteil ist, die letzten 8-9 km zogen sich nochmal, aber endlich war Eckis Stimme am Ziel an der Schule in Usedom zu hören. Die 1. Etappe geschafft, abgesehen von Blasen und Magen war ich zufrieden. 8h:13... die Verdauungsprobleme haben etwas Zeit gekostet, aber das gehört dazu... ich blieb in der 2. Startgruppe, was eine Std. mehr Erholung bedeutete ... warme Dusche... Schlafplatz gesucht... Zielverpflegung war wieder reichlich, bis zum Abendessen würde es noch dauern... ich blieb bei Tee und Salzgebäck... etwas Obst. Immerhin blieb alles drin. Immer noch wurden ankommende Läufer begrüßt. Als wir schon beim Abendessen waren, erhielt Gerhard, der letzte Läufer, stürmischen Beifall. Und zur Siegerehrung wurden ebenso die Helferteams geehrt. Weiterhin nicht die Etappen-Sieger, sondern die mit dem gleichmäßigsten Durchschnittstempo auf den 4 bisherigen Etappen. Es gab tatsächlich Läuferinnen und Läufer mit nur 10-15 Sek. Abweichung...



    Die Nacht blieb es trocken, der Morgen begrüßte uns mit Sonnenschein... Es würde warm werden und wie Jörg Stutzke (mit Ehefrau Silke sowie den Lauffreunden der LG Nord langjähriger Organisator des Baltic-Runs)am Vorabend meinte, wir würden mit anderen Hindernissen zu kämpfen haben - den Radfahrern und Urlaubern auf der Strandpromenade. Dagegen waren die Hügel bei Korswandt sowie entlang der Küste eher geringere Hürden.
    Ich war überrascht, dass sich meine Beine gut anfühlten... Die Zehen hatte ich besser geschützt... bin trotz VP mit Laufrucksack gestartet. Flüssigkeit für unterwegs, ein - zwei Riegel, das Gel für den Kopf nutzte ich nicht. Schon weil ich immer noch vorsichtig mit Essen und Trinken war. Wir starteten im zügigen Ultra-Tempo, diesmal bis zur Ostseeküste mit Gundi aus Mainz zu zweit. Über weite Strecken kannte ich mich aus... anfangs unterhielten wir uns noch, später war jeder mit sich beschäftigt, auf die Strecke konzentriert. Es war Urlaubswetter... alle wollten Richtung Strand, nur wir liefen vorbei... Auch das Hinterland war reizvoll... eine schöne und anspruchsvolle Etappe, oft in der heißen Sonne. Aber endlich war sie da... Bei km 26 sahen wir sie vor uns - die Ostsee. Es war auch ein Kulturschock: Menschen über Menschen, hinter Heringsdorf-Bansin wurde es weniger und manche fragten, wie weit wir noch wollten, wo wir gestartet waren.... ungläubige Blicke. .. Die Wärme schlauchte allmählich, Energie führte ich nicht wirklich zu. Die Beine liefen ganz gut. Bei km 35, Zeltplatz Ückeritz überholte ich Sigrid Eichner, sie lief nach den Ruhetagen erstaunlich. Dann kam das "alpine Stück" der Laufstrecke, das kannte ich schon vom Usedom -Marathon. Endlich kam Zinnowitz, letzter VP, das Ziel schien magnetische Wirkung zu haben. Ich konnte im Tempo noch einmal zulegen, überholte dabei noch zwei Läuferinnen vor mir, trotz Sand, durch den wir die letzten km stapfen mussten... Entgegen kommende Radfahrer feuerten einen an, nur noch 2 km, nur noch 500 m... dann kam der Zielbogen in Sicht... nach 7h10.



    Geschafft... neue Erfahrung mit zwei Ultra-Etappen.


    In einer verschworenen Gemeinschaft von Läufern und Helfern, jeder bekam einen Riesen-Applaus... alle freuten sich mit jedem finisher... 50 hatten es von 63 an den Start gegangenen geschafft. Was für eine Leistung! Davon einige, die zum ersten mal an einem Etappenlauf teilnahmen.


    Ich musste erstmal sparsam Nahrung auffüllen... es gab ein leckeres Büffet, Urkunde, Ehrung für alle.



    Ich bin froh, dass ich beim Zieleinlauf des vorerst letzten Baltic-Runs dabei war... Dank an Enrico, der mich dazu angestiftet hat. Dank an die Organisatoren und Helfer!
    Ich habe nette Leute kennen gelernt, einige Erfahrungen hinzu gewonnen, sowohl beim Laufen selbst, als auch in Gesprächen im Anschluss.
    Es gibt jede Menge an ungeahnten Herausforderungen jenseits des Marathons.
    Freiwillig... die einem nicht nur neue Seiten an sich selbst zeigen können...
    Ich kehre mit sehr viel mehr Gelassenheit in den Alltag zurück.



    Und freue mich auf den nächsten Ultra... nach dem Lauf ist vor dem Lauf...

    Kann Maik sehr verstehen, es ist nicht ganz einfach mit den Hotels - von den Preisen her, wenn die Lage nah am Laufstart/Ziel liegen soll. (In der Altstadt - hab ich über Booking.com höchstens Fewos als Alternativen gesehen...)


    Ich hab über Booking.com - allerdings ohne kostenfreie Stornierung 666€ mit Frühstück für 5 Nächte gesehen, 594 € ohne Frühstück für das DZ, also 333 € pro Person, für das EZ mit 630 € ist das nicht wenig.


    Da sicher um diese Zeit durch den Marathon die Hotellage nicht besser wird - was meint Ihr??


    Bin von morgen-Montag nicht vor Ort, kann daher jetzt nicht mehr beitragen...
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    Laufbericht ZUT Supertrail XL

    Ehrwald – Grainau, 17.6.2017
    81 km , 4 131 positive, 4 379 negative Hm

    Wo beginnen mit dem Laufbericht? Bei Max' Mail: statt der 100km flach in 5km-Runden sollte ich lieber das Abenteuer in den Bergen Salomon ZUT suchen! Zugspitze und Umgebung hab ich schon öfter erwandert ... aber laufen? Würde sich beides überhaupt unterscheiden? Wenn nicht, würde ich ein Zeitproblem bekommen...

    Wie ist ein solcher Lauf anzugehen? Noch nie bin ich länger als ca.12 h gelaufen, auch noch nie 4300 m bergab... bergan schon... Einmal ist immer das erste Mal. Ich hatte große Lust und war sehr gespannt. Es war gut, ein paar Tage Urlaub im Voraus zu machen mit Wanderung zur Akklimatisierung, letzte Überprüfung der Ausrüstung, insbesondere der Trailstöcke - ohne die hätte ich wohl den Lauf nicht beendet. Vor allem aber wollte ich ausgeruht und ausgeschlafen an den Start gehen, um ihn wirklich genießen zu können, über weite Strecken jedenfalls.

    Vorab hab ich die Strecke mit Profil und den Zeitlimits verinnerlicht. Fürs Orientieren auf der Strecke eine große Hilfe. Das Profil war beeindruckend, es sollte so steil kommen... 2x 1000 Hm nahezu am Stück bergan und auch bergab, zu Beginn und am Ende.

    Für die 81km-Strecke gab es 8 VPs, alle bestens ausgestattet. Darüber hinaus ist eine Pflichtausrüstung mitzuführen, mit Rucksack, 1,5 l Trinken, Notfallpack, warmer Kluft... konkret nachzulesen im Netz, fast alles konnte man vor Ort auf der überschaubaren Messe in Grainau noch ergänzen.

    Auf der Pasta-Party am Vorabend war aufgeräumt gespannte Stimmung, Einmarsch der Nationen (ca. 2 500 Läuferinnen und Läufer aus ca.50 Ländern für die Strecken von 24,9 km, 39,3 km, 62,8 km, 81,4 km und 101,6km waren am Start).Manch einer schaffte auf der Party noch 1 - 2 Maß Bier. Ja, wir waren in Bayern.

    Ich hatte am Vorabend alles fertig gepackt, kurz nach 6 Uhr am Samstagmorgen fuhr von Grainau der Shuttle-Bus nach Ehrwald. Ich hatte nur ein paar Minuten zu Fuß bis zum Shuttle. Enrico, Erik, Alex - das LG Nord Team war schon vor Ort. Eine Std. vor Start waren wir in Ehrwald / Österreich. Genügend Zeit, keine Hektik und mal keine Schlange am Frauen-WC. Die Starterinnen-Anzahl war sehr überschaubar. Letzte Fotos, Einchecken zum Start, grobe Rucksack-Kontrolle.
    Es war angenehm frisch, auch die Wettervorhersage für Tag und Nacht war gut- nicht zu heiß und vor allem trocken sollte es werden. Die Sonnencreme hatte ich völlig ausgeblendet und sie gut den Tag mit mir herumgetragen.



    Endlich 8 Uhr Start. Ein paar Meter ging es gemächlich bergan... aber ziemlich bald den ersten Anstieg steil im Wald hoch... der Kreislauf bekam gut zu tun, auch der Kopf: erstes Zeitlimit nach nur 7km, bei 600Hm - 2h... Als ich die erste Markierung 500m zum VP las war ich ziemlich froh. Ca.9Uhr:20... Wasser nachgefüllt und weiter. Fürs Essen - zu früh? Trinken war wichtig. Jetzt ging es auf den ersten Gipfel (laut Profil) auf 2 050 Hm – das Feldernjöchl, unterhalb vom Gatterl (Abzweig zur Zugspitze und unweit der Grenze Österreich - BRD). Hier waren viele Wanderer Richtung Zugspitze unterwegs, haben uns Verrückte teils verständnislos anfeuernd begleitet. Das Feld hatte sich längst auseinander gezogen. Jetzt z.T. über Singletrails bei allem Genießen der Aussicht nicht daneben treten!!! Philipp Reiter war mit der Kamera unterwegs, wartete wohl auf die Spitze der 100km-Läufer und feuerte mit an. Bei km 15 erreichten wir den höchsten Punkt mit 2 200 Hm. Zum nächsten VP, erst km 20, ging es noch angenehm einen Forstweg bergab, ich bin wieder ins zügige Laufen gekommen in der Mittagssonne... Immer noch in der Zeit... Von diesem Abschnitt hab ich viele Bilder im Kopf - von Murmeltieren, zahlreichen Bergwiesen mit Enzian, Schneefeldern, Gipfeln ...



    Magischer Punkt für mich war VP3 Reindlalm, nach 33 km noch nicht mal die Streckenhälfte, aber bereits mit der Hälfte der An- und Abstiegsmeter... der Abstieg schien kein Ende zu nehmen. Oberschenkel und Knie vermeldeten nichts Gutes... kaum Laufschritt, eher Springen... aua... ohne die Stöcke wäre ich hier nicht "vorwärts" (relativ) gekommen... Unten auf1 100 Hm hatte ich über 1h „Vorsprung vor dem Zeitlimit“, freute mich riesig - am medical point deutete man das mit "sieht noch sehr frisch aus"... wieder Wasser nachfüllen, Kartoffeln mit Salz... schnell eine Nachricht in die Welt geschickt ...


    Ich war hier bereits mehr als 7 h unterwegs, kein Hungergefühl... wieviel sollte man wann essen? Bevor der Hunger kommt, das konnte ich durch die Konzentration auf die Strecke nicht immer umsetzen. Für diese Fälle unterwegs hatte ich Gels dabei... und für den Kopf die Gummibärchen von Powerbar... An den VPs gab es nahezu alles, auch Warmes wie Brühe, Suppe, auch Buchweizen und Quinoa. Kaffee, Kuchen, Obst - neben herkömmlich Banane, Orange, Melone. Manche nahmen Berge von Käse und Wurst zu sich. Aber für die 100km waren ja auch bereits 50km absolviert. Ab hier waren alle 5km Markierung, wieviel km noch "to go". Jetzt folgte ein flacher Streckenabschnitt, ich konnte wieder laufen, ich wollte den Schnitt gar nicht wissen... Hauptsache vorwärts.

    Am nächsten VP km 43 in Mittenwald, schon in Deutschland, lag ich über 1h30 unter dem Zeitlimit. Mir war klar, ich würde das nach hinten raus im Dunkeln brauchen... weiter von Mittenwald zum Ferchensee, km 48(1h:45 unter Zeitlimit).. Abendidylle am See, unsereins läuft.Hier hieß es, Wassertank auffüllen, etwas essen, erst in 14 km würde der nächste VP kommen ... vorbei am Schloss Elmau... hin über irgendwelche Hügel zur Partnachklamm... eine tolle Schlucht, schön noch im Hellen hier zu sein, und, dass wir nicht bis ganz runter mussten. Es schmerzte bergab schon sehr... Zähne zusammen beißen, wegkonzentrieren.
    Endlich stand einer mit der frohen Botschaft "nur noch 800m bis zum nächsten VP" (km 62)- die zogen sich...medical point... alles o.B. Ich startete hier etwa 21:20 (cut-off war 23 Uhr) - auf zu den letzten reichlich 1000m hoch... Es gab noch einmal eine schöne Sicht auf die Berge... oder war das schon vorher???


    Stirnlampe aufgesetzt, auch Ärmlinge an, es wurde frisch – in Bewegung bleiben, um nicht ins Frieren zu kommen... die Windjacke war noch als Puffer im Rucksack... anfangs ging es noch stückweise laufend, dann nur noch zügig walkend, ansteigend... wie ich km 69 erreicht habe, weiß ich nicht mehr genau. Ich sah Läufer auf der anderen Seite von oben herunter kommen, es war bereits stockdunkel, und noch nicht das Ende der Fahnenstange... es gab heiße Brühe ... weiter, sonst wird es kalt... es wurde zudem neblig. Ich sah kaum die Hand vor Augen, alles war gut markiert, aber dieses Stück bergan war kribbelig. .. es wurde zusätzlich Bergwacht eingesetzt... immer mal gingen Gruppen vorbei oder machten entnervt Pause... weiter oben Lichter, wie weit noch? Dann plötzlich Licht und die Nachricht, der Wendepunkt ist da, jetzt bergab... im Wanderführer als Höllentorköpfle beschrieben...
    Hier spulte ich nur noch ab... diese ständigen Absätze, springen - wohin... Endlich aus dem Nebel raus... konnte ich die Lichter des VP sehen... aber es dauerte, bis sie erreicht waren. Läufer, die das noch vor sich hatten, fragten wie lange ich gebraucht hätte von oben. Ich konnte es nicht sagen, gefühlt eine Ewigkeit.



    Die nun „nur noch“ 5-6 km bis zum Ziel und weitere 700Hm bergab zogen sich.


    In Abständen roch es nach Feuer – da saßen die Helfer von der Bergwacht, hockten hier die ganze Nacht im Schlafsack, um uns den Weg zu weisen und hoffentlich nicht aktiv werden zu müssen. Die Helfer an den VPs, bei der Bergwacht, für die Markierungen – sie waren Spitze!



    Die Auskünfte freilich relativ, wie auf die Frage, wann denn endlich die Straße in Hammersbach erreicht sein würde (und damit wieder „fester Boden“ unter den Füßen) – „gleich hier unten“... Gleich war bestimmt eine Stunde. Ich wollte endlich aus diesem Stolpersteig raus, wo zusätzlich noch Schilder „Gefährliche Passage“ warnten. Gut, dass es dunkel war... Ich stieg – wie andere – einfach abwärts, unglaublich, wie im Dunkeln die 100km-Läufer runtersprangen, Kopf ausgeschaltet. Da bin ich zu sehr sicherheitsbedürftig, klingt bei einer solchen Tour vielleicht auch unpassend.



    Die letzten 5 km waren km-weise ausgeschildert. Ich nahm sie zwar wahr, auf die Uhr schaute ich schon lange nicht mehr. Ich bekam immer mehr die Gewissheit, wenn ich mir jetzt nichts mehr tue, dann würde ich tatsächlich ankommen...Irgendwann kam sie dann – die Straße von Hammersbach nach Grainau zum Ziel. Das Schild „noch 1 km“ ging fast unter.


    Beinah hätte ich mich am Schluss - zwei Läufern folgend - noch verlaufen, die den Irrtum aber schnell erkannten. Die Beschilderung war im Ort nicht so gleich einzusehen und die Müdigkeit bereits entsprechend.



    Schließlich war der Musikpavillon Grainau und damit das Ziel plötzlich da. Die Lautsprecherstimme verkündete „Im Ziel begrüßen wir Kerstin Hommel von den FH Runners Berlin, in 19h ...“ Es war sehr unwirklich, als wäre nicht ich gemeint. So nahm ich die Medaille beinah mechanisch entgegen. Man erzählte kurz mit Wegbegleitern, Fotos wurden gemacht...


    Der Kopf war voll und gleichzeitig total leer, als hätte jemand Neustart gedrückt.


    Ein Erdinger alkoholfrei – Elektrolyte auffüllen – rutschte so gar nicht runter. Die Müdigkeit brach allmählich durch, und ich setzte mich in Bewegung – finisher-Shirt abholen, duschen , etwas schlafen.


    Nach 2-3h mühsam aufstehen zur Siegerehrung – hören, wie es den anderen ergangen ist. Nichtahnend, dass ich selbst in meiner AK für Platz 2 der Deutschen Ultratrail-Meisterschaft belegt hatte. Natürlich in Ermangelung von weiteren Teilnehmerinnen, aber was wirklich zählt, ist das Erlebnis... unglaublich, was mentale Stärke ausmachen kann. Der Gedanke aufzuhören kam mir unterwegs nie. Eher Durchkommen soweit es geht – Ankommen – das wär’s.



    Mit dieser Erfahrung – einiges ist ausbaubar – steht nächstes Jahr der 2. Anlauf für die Transvulcania fest. Dann nicht nur die reichlich 4 000 Hm hoch – sondern so schmerzhaft es auch werden würde – auch wieder runter und über die Ziellinie kommen.


    Bei aller Qual, freiwillig, nichts ist auf so einer Strecke genau planbar und vorhersehbar – das macht den Reiz mit aus – es ist ein unvergessliches Erlebnis und Höhepunkt, der sich mit Jahresbeginn noch gar nicht abgezeichnet hat. Eher Lauf für Lauf aufgebaut – Schritt für Schritt, der Weg ist das Ziel. Zwar noch etwas muskelverkatert, aber sehr entspannt und gestärkt kehre ich in den Alltag zurück...



    Für die Statistik:


    Auf der Supertrail XL Strecke waren insgesamt 31 Frauen gestartet, 26 angekommen – ich die 26., nach mir noch 3 Männer.
    Von den 153 gestarteten Männern über diese Strecke kamen 121 in Grainau an.

    Der 45. Rennsteiglauf2017 (mein 7. langer) liegt hinter uns.


    Enrico hat es bereits geschrieben - ein wunderschöner Landschaftslauf, wo in diesem Jahr nicht nur das Wetter gepasst hat.


    Vor allem die Trainingsmarathonläufe im April haben sich ausgezahlt.


    Dank Maiks Logistik verliefen Anreise, Vorabend und Startmorgen störungsfrei - perfekt, sämtliche Regengüsse haben wir umfahren. Am Lauftag selbst war das Wetter bestens, nicht zu heiß, vor allem trocken. Am Start waren alle guter Dinge.



    Als ich wenige Min. nach 9 Uhr auf dem Inselsberg war, hatte sich der Frühnebel in der Sonne bereits aufgelöst ;-) . Auch zwischendurch gab es Gelegenheit für Blicke über den Thüringer Wald, zurück zur Wartburg... Erinnerungen, die im Kopf bleiben – bis nächstes Jahr. Wie die Vorjahre waren Verpflegung, Helfer gut vorbereitet. Man hatte fast ein schlechtes Gewissen, das so lecker vorbereitete Buffet nicht durchprobieren zu können, mal abgesehen vom Haferschleim – mit Blaubeere war der Renner. Am Grenzadler (Oberhof), dem möglichen Ausstiegspunkt bei km 54 fühlte ich mich immer noch gut, ein Blick auf die Uhr – wenn ich es auf den letzten Hügeln nicht total verbummele, könnte seit Jahren mal wieder eine 8h vorn stehen... Ich konnte durchaus noch einige Anstiege laufen, bergab dann sowieso. Am Ende hat es ja noch knapp gereicht.


    Beeindruckend die Zeiten der Jungs! Enrico von einem Lauf zum andren mit Höchstleitung, Erik topp und Björn wird noch zum Bergläufer! Maik hat sich dem Jahreshöhepunkt wieder um einige Schritte genähert. Nachdem so gut über die „Naturautobahn“ gekommen, wird mein Jahreshöhepunkt noch etwas gebirgiger werden... Man muss die „Feste feiern“ wie sie fallen, mal sehen, was dabei heraus kommt...


    Bis zum 26. Mai 2018 – nach der Transvulcania! Allen gute Erholung, Gesundbleiben und Halten der Form!

    Auf dem Rückflug notiert - der Lauf-Rundumbericht:


    Nach 2012 war dies mein zweiter Marathon in Madrid, diesmal bereits mit
    dem Wissen, dass es eine touristisch sehenswerte, keine flache Strecke
    ist, für mich mit mehr Stadt- und Sprachkenntnis. Das Wetter war für
    unsere Verhältnisse bereits sommerlich warm. Es versprach ein erholsamer
    Urlaubsaufenthalt zum Abschalten zu werden. In Berlin am 20. noch bei
    Raureif und Frühtemperaturen unter Null startend, empfing mich Madrid
    mit Sonne, Blütenpracht und zur Anpassung mit Temperaturen noch im
    gemäßigten Bereich um die 20°, die bis zum Sonntag noch ansteigen
    sollten.
    Ein paar Tage drumherum mitzubringen empfiehlt sich sehr,
    es gibt immer interessante Ausstellungen - diesmal Picasso im Reina
    Sofia- , Stadtbummel natürlich und Probieren der Spanischen Küche,
    Sonnenuntergänge... Ich hatte das Glück von Tipps und hin und wieder
    einheimischer Begleitung. Somit war wirklich Urlaub angesagt.


    Nun zum Lauf selbst - durchaus auch für eine Laufreise geeignet: mit 10 km, HM
    und Marathon, langfristige Anmeldung senkt die Kosten, das gilt auch für
    Flug und Unterkunft. Die Laufmesse zum Aholen der Startunterlagen
    befindet sich in Flughafen-Nähe, mit der Metro gut zu erreichen. Und
    auch am Samstag keine Schlangen, bei 37 000 Läuferinnen und Läufern gut
    organisiert. Auch die Pasta-Party, die es nur am Samstag gibt, incl. im
    Preis, wie auch das Finisher-Shirt.


    Zum Lauftag: Ich hatte eine Hostal-Unterkunft, zentral und fußläufig zu Start und Ziel, die
    unweit voneinander entfernt liegen. Aufgrund des Madrider Nachtlebens
    auf den Straßen habe ich selbst bei geschlossenem Fenster kaum ein Auge
    zugemacht. Trotzdem rechtzeitig wach geworden und in Ruhe zum
    Zielbereich zur Kleiderabgabe im schönen Retiro-Park gelangt. Für die
    10km- Läufer war 8:30 Uhr Start, HM- u. Marathonläufer starteten
    gemeinsam, 9 Uhr. Keine umständlichen Absperrungen, WC ausreichend an
    Start und Ziel, Wasser in 0,3l-Flaschen (wie auch unterwegs) gab es
    bereits vor dem Start, es war in der Sonne bereits warm.


    Etwa 9:15 Uhr bin ich dann über die Startlinie gelaufen. Es ist jeder km markiert.
    Alle 5km gibt es Wasser in 0,3l Flaschen, ab km 10 auch Powerade in
    Flaschen/Becher, ab km 26 ca. werden alle 3km Getränke gereicht, ab km
    21 - Banane abwechselnd mit Gel. Ich hab mich auf meine 3 Gels verlassen
    (Powerbar - gab es reichlich und günstig auf der Messe zu kaufen), ab
    und an 2-3 Schluck Powerade genommen, und konsequent die Wasserflasche
    gegriffen, halb getrunken zwischen den Stationen sowie ständig zum
    Erfrischen über den Kopf geschüttet, war sofort alles wieder trocken,
    das Gesicht hat gut Sonne getankt. Hinzu kommt die ohnehin sehr trockene
    Luft hier.


    Die Stimmung war hervorragend, auch wenn die Strecke
    nicht von zigTausenden wie in Berlin gesäumt ist, die Musikbands standen
    genau richtig. An so manchem Anstieg riefen Helfer mit Megaphon, es sei
    nicht mehr weit bis nach oben. Der leichte Anstieg vom Start lief sich
    problemlos, bei km 3 "unterläuft" man die Strecke - oben ist km 11,5 -
    da flog gerade die Spitze vorüber, lautstark von uns angefeuert. Der
    nächste Stimmungshöhepunkt lag bei km 14: Hier liefen die Halbmarathonis
    uns vielstimmig Glück wünschend, ...als würde es ums Überleben gehen.
    Gänsehaut dann am Puerta de Sol - auch sonst nie menschenleer, kurz vor
    der Hälfte der Strecke bildeten die Zuschauer eine enge Gasse wie man es
    sonst hierzulande (also in Spanien) von Radrennen kennt.


    Die Sehenswürdigkeiten incl. den Fußall-Stadien, an denen man vorbeiläuft,
    konnte ich diesmal tatsächlich wahrnehmen. Es sollte einer der 3 langen
    Trainingsläufe für den Rennsteig am 20.5. werden. In diesem Fall stimmt
    Nikolaus' Beschreibung, ich konnte die km unaufgeregt "abspulen".
    Zwischendurch auch mal ein Smalltalk meist mit einheimischen Läufern,
    die fragen, ob ich tatsächlich aus Berlin komme (Berlin-Marathon-Laufshirt),
    und die mir im Ziel erst wieder auf die Schulter klopften.
    Übrigens ein sehr internationales Läuferfeld, laut
    Sprecher am Ziel - aus 108 Ländern.


    Es ging oft auf- und zum Glück auch abwärts.
    Madrid liegt auf einer Hochebene: Start war auf 640m, der
    höchste Punkt auf 710, der Tiefpunkt auf 550m. Am Ende hatte ich 890
    positive und etwas weniger negative Hm. Für "Bergläufer" nicht soviel.
    ;-) Allerdings ging es ab km 30 bis km 41 nahezu durchgehend bergan, die
    Sonne brannte bereits, zwischendurch verteilten Helfer und sogar
    Polizei Wasser auch an die Zuschauer. Ich war froh, im Laufrhythmus
    bleiben zu können.


    DER Anfeuerungsruf schlechthin bei km 32-33, es lag gerade ein steileres Stück vor uns:
    "nur noch 10km, die lauft ihr doch an jedem Sonntag, das ist ja wohl kein Problem, oder?"
    Nicht alle fanden das witzig, wobei der Sinn für Humor unter Läufern recht groß
    ist. Etwa 3km vor dem Ziel passierte ich zwei "chavales" oder
    "campeones" (wie es hier heißt, die anderen Worte spar ich mir), M30
    oder darunter sehr unterschiedlich leidend, einer konnte absolut nicht
    mehr, sein Kumpel schrie ihn an: "Du bleibst nicht stehn hier! Du läufst
    weiter!" Ich dachte, er prügelt ihn zum Ziel.


    Endlich der letzte km leicht abwärts in den Park ins Ziel... Ein tolles ambiente... Und am
    Ziel gibt’s die schwerwiegende Medaille...
    Überglücklich nach 4h:22, zehn Minuten schneller als am vorangegangenen Wochenende im kühlen
    Flachen, vor allem aber mit so vielen positiven Emotionen (und ein paar Freudentränen am Ziel).


    Im Ziel: ausreichend Wasser, Powerade und Verpflegung, Physios, kurze Wege zu den Kleiderbeuteln, keine Duschen...keine Hektik, man findet ein Plätzchen zum Umziehen, Wasser hat's, das Handtuch war im Startbeutel...
    Unweit vom Ziel blühen die Rosen in allen Farben im Rosarium, überall mischen sich Läufer und
    Spaziergänger. Zeit zum Ausklingen auf ein Bier, Gazpacho, Tortilla...
    ohne Muskelkater und Beschwerden lassen sich auch noch die Stunden danach genießen.


    Also compañeras y compañeros: wann fliegen wir nach Madrid? Vielleicht
    überzeugt der Lauf- und Rundumbericht ja den einen oder die andere? In
    diesem Jahr dann erst einmal zum Sommerausklang im November nach
    Valencia. ;-)


    Der Rückflug ist somit gut genutzt, sonst wär der Bericht wohl nicht zustande gekommen.


    Im Netz finde ich gerade die Ergebnistabelle mit ganz vielen Zahlen – da habe ich mich ohne Blick zur Uhr relativ gleichmäßig voran-gearbeitet.


    Hasta luego!


    Und hier der Datenausschnitt ;-)


    Platzierung
    Allgemein: 7422 von 10378
    Frauen: 601 von 1258
    AK: 15 von 49


    km Netto Ritmo Velocidad media Platz


    Km 5 0:31:31 6:19 min/Km 9.52 Km/h 775
    Km 10 1:00:51 6:06 min/Km 9.86 Km/h 765
    Km 15 1:31:03 6:05 min/Km 9.89 Km/h 751
    Km 20 2:01:10 6:04 min/Km 9.90 Km/h 740
    Km 21.1 2:08:07 6:05 min/Km 9.88 Km/h 732
    Km 25 2:31:11 6:03 min/Km 9.92 Km/h 705
    Km 30 3:02:58 6:06 min/Km 9.84 Km/h 650
    Km 35 3:34:47 6:09 min/Km 9.78 Km/h 612
    Km 40 4:08:38 6:13 min/Km 9.65 Km/h 601
    Km 42.2 4:22:43 6:14 min/Km 9.64 Km/h 601

    Ein sehr schöner, familiärer Lauf. Für das Wetter kann keiner etwas ;-)
    Im Sommer (10. Juni um 17 Uhr) gibt es diesen Lauf dann tatsächlich als Lauf in den Vollmond-Variante, auch schön.
    Markierter Lauf - aufmerksam alles gut zu finden, auf den ersten 5km ist jeder km markiert, dann alle 5km. Würde sagen fast alle 5km Verpflegung (etwa 6x??) - jedenfalls ausreichend und vielseitig.
    Auch gut als langer Trainingslauf geeignet, nen Plausch an der Verpflegung und mit netter Laufbegleitung, die bis km 30 bremsend dazu beigetragen hat, dass es bis zum Ziel einigermaßen locker lief und der geplante 6:30er Schnitt etwa rauskam.
    Bin dann nach km 30 - ca. 38 doch ein Stück schneller mit der dann 3.Platzierten mitgelaufen, aber zum Ende hab ich eher an die nächsten Laufwochenenden gedacht und war auch pitschpatschnass wie alle anderen... Es hat zum Berlin-Fähnchen gereicht - für die ersten 30 Platzierten, die dann den letzten km mitgetragen werden durfte für den Zieleinlauf. ;-) Da gab es eine handbemalte (?) Ton-Ei-Medaille für alle.
    Es gab immerhin keinen Dauerregen, keinen Hagel wie heute und auch nicht überall Gegenwind.
    Bis morgen abend, allen einen guten Wochenstart. Kerstin

    Das ist ja perfekt, Christoph, ich habe auch vor zu starten, freue mich. Muss mich noch anmelden und suche Mitfahrmöglichkeit. Allen Halbmarathonis viel Spaß und Erfolg, bei gut Wetter nicht aufs Trinken verzichten ;-) Ich bin nicht da. Beste Grüße! Dann bis zum Liepnitzsee!

    Liebe Iris, auch von mir gute Besserung, Daumendrücken und Geduld - auch wenn ich mit Tipps nicht dienen kann. Du bist ja sicher bei Sport-Physios, die sich auskennen.
    Auf keinen Fall aufgeben, nicht den Mut verlieren!
    Bis bald! (bin selbst am HM-Wochenende nicht in Berlin) Kerstin

    Anja und ich haben den XXL-Winterlauf mit der LG Mauerweg - 44km durch die Ruppiner Heide- und Seenlandschaft mitgemacht.
    Etwas riskant für mich - mal wieder ohne Training, aber ja im Wohlfühltempo.


    Jetzt hoffe ich, dass ich in das Ultra-Training reinkomme...
    über Marienwerder - ? Grünheide? (50km) - Madrid-Marathon 23.4. (angemeldet) - ? HarzQuerung? zum Rennsteig (angemeldet)
    und zu den 100 km von Berlin im Juni...
    so der Plan... auch hoffe ich, dass meine Dienstagtermine ein Ende haben, um mal wieder zum Lauftreff kommen zu können.
    Salud! Kerstin